„Wirtschaft im Wandel – Transformation zwischen Herausforderungen und Perspektiven“: Unter diesem Titel stand der jüngste Dialog im Lichtturm am 13. April in Solingen. Was folgte, war ein Abend, der bewusst anders angelegt war – ohne Podium, ohne Distanz, dafür im direkten Austausch und auf Augenhöhe.

Zu Gast war Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit Landesvorsitzendem Philipp Frahmke und moderiert von Dr. Tobit Esch entwickelte sich ein offenes Gespräch mit rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im ehemaligen Wasserturm von Solingen-Gräfrath.

 

Was die junge Wirtschaft bewegt

Die Leitfrage des Abends war schnell klar: Wie lassen sich unternehmerische Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg unter den aktuellen Rahmenbedingungen zukunftsfähig gestalten? Wettbewerbsfähigkeit, Planungssicherheit, Entbürokratisierung und Fachkräftemangel: Für viele junge Unternehmerinnen und Unternehmer sind das keine abstrakten Schlagworte, sondern tägliche Realität. Sie bündeln sich in einer zentralen Herausforderung: Bleibt Unternehmertum, egal ob Gründung, Wachstum oder Nachfolge, unter den aktuellen Bedingungen attraktiv?

Einen besonders konkreten Einblick gab Caroline Hehl, die als Nachfolgerin in einem Familienunternehmen aus der Praxis berichtete. Ihr Appell: Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, Planbarkeit und Zuversicht. Und eine Politik, die gemeinsam mit der Wirtschaft gestaltet.

 

Politische Perspektiven und konkrete Ansatzpunkte

Mona Neubaur betonte die Rolle der Politik als Gestalterin von Rahmenbedingungen: für Digitalisierung, für eine resilientere und klimaneutrale Industrie sowie für effizientere Verfahren. Einen zentralen Hebel für mehr Wettbewerbsfähigkeit sieht sie auf Bundesebene bei den Stromkosten: eine Entlastung, die sowohl Unternehmen als auch private Haushalte betreffen würde und insbesondere Investitions- und Nachfolgeentscheidungen erleichtern könnte.

Auf Landesebene verwies sie auf konkrete Vorhaben: Die Überarbeitung des Landesentwicklungsplans soll bis 2026 abgeschlossen werden, um Flächen verlässlicher verfügbar zu machen – etwa durch die Reaktivierung von Brachflächen. Parallel dazu soll der Emissionsschutz deutlich stärker digitalisiert werden.

Darüber hinaus sprach sie zwei strukturelle Themen an: Zum einen eine gesellschaftliche Tendenz zur Risikoaversion, die Innovation eher absichert als ermöglicht. Zum anderen die Notwendigkeit, Verwaltung stärker als Dienstleister für Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger zu verstehen.

 

Ein Dialog, der wirkt

Der Abend hat einmal mehr gezeigt, was die Wirtschaftsjunioren auszeichnet: den Anspruch, nicht nur Herausforderungen zu benennen, sondern aktiv an Lösungen mitzuwirken.

Gerade beim Thema Fachkräftemangel wurde deutlich, dass sich dieser in den kommenden Jahren weiter verschärfen wird. Umso wichtiger ist es, dass junge Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Perspektiven frühzeitig einbringen – und Verantwortung nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich denken: in Ausbildung, Integration und Engagement vor Ort.

 

Unser Dank gilt Mona Neubaur und ihrem Team für den offenen Austausch sowie allen Beteiligten für einen intensiven und konstruktiven Abend im Lichtturm.

 


Bildrechte: Wirtschaftsjunioren NRW // Malte Reiter